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Bogotá macht sich bereit fürs Bike-Sharing

Catedral Primada, Bogota, Colombia

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Vor knapp zwei Wochen verkündete Bogotá offiziell seinen Aktionsplan, um ein eigenes erstklassiges Bike-Sharing-System in Betrieb zu nehmen. Mit einer Bevölkerung von knapp 9 Millionen Einwohnern und einem BIP pro Kopf von ca.8000 US-Dollar im Jahr, hat die ikonenhafte Hauptstadt des nachhaltigen Transports in den letzten Jahren ein enormes Wachstum im Bereich Auto-und Motorradeigentum erfahren. In der Tat hat eine kürzlich durchgeführte Haushaltsbefragung ergeben, dass es jeden Tag fast 12 Millionen Fahrten gibt, von denen 14% eindeutig mit privaten Autos durchgeführt wurden – mehr als das Doppelte im Vergleich zu vor zehn Jahren.

Nichtsdestotrotz werden immer noch 75% der täglichen Strecken zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Um nun also die „Letzte Meile“-Strecken zu fördern, das Massentransportsystem TransMilenio zu verbinden, eine effiziente Verkehrsverlagerung zu erzeugen, umweltfreundliche Transportmittel zu fördern und für eine gute öffentliche Gesundheit zu sorgen, hat die Stadt sich letztendlich dafür entschieden, die Implementierung ihres öffentlichen Fahrradprogramms voran zu trieben.

Bogotá’s Bike-Sharing-System wurde von Beginn an komplett flexibel gestaltet. Zu Beginn wird es aus 113 in sich geschlossenen modularen Stationen bestehen, die keine dedizierte Infrastruktur benötigen und bei Bedarf leicht umgezogen werden können. Zusätzlich gibt es 1454 Fahrräder mit Aluminiumrahmen, die mit GPS ausgestattet und robust genug sind, um allen Straßenbedingungen standzuhalten. Nach Schätzungen wird es knapp 12.000 tägliche Nutzer auf einer Fläche von ca. 12,6 m² geben.

Außerdem werden moderne Technologien mit Monitoren und Tastaturen an den Stationen eingesetzt, während Kredit- oder Debitkarten für den Zugang und das Auschecken von Fahrrädern benötigt werden. Konzipiert für einen schnellen Umsatz, ist die Nutzung der Räder bei einer jährlichen, monatlichen oder  wöchentlichen Mitgliedschaft für die ersten 30 Minuten kostenlos – ein Modell, dass für diese Art der Systeme überall auf der Welt charakteristisch geworden ist.

Bogotá’s Bike-Sharing System wird außerdem nicht im Besitz der Stadt sein. Stattdessen wird es durch einen privaten Vertragsnehmer mit sechsjähriger Konzession betrieben. Dabei wird erwartet, dass er alle operativen Kosten selbst über Werbung und Nutzungsgebühren wiedereinnehmen kann.

bogota bike

Angesichts mehrerer Fallstudien z.B. in Paris, Barcelona, Washington DC (Bild oben) und New York schafft dieses System auch Arbeitsplätze für die lokale Jugend und andere anfällige Gemeinschaften, mit dem Ziel, durch die tägliche Wartung des Netzes eine soziale Integration und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu schaffen.

In der Hoffnung, dass sich die Haltung gegenüber den Radfahrern und der Fahrrad-Infrastruktur ändern wird, hat Bogotá  sich für eine dritte Generation des Bike-Sharing-Systems entschieden. Damit sollen Probleme der Klimaerwärmung angegangen, zur Verkehrsberuhigung beigetragen, die Lebensqualität verbessert und die Stadt produktiver gemacht werden.

Andrés Jara-Moreno ist Politikwissenschaftler mit Spzezilaisierung auf internationale Beziehungen und Konfliktlösung. Er ist der Gründer und Direktor von CRITERIA.

Bilder vom Autor und szeke.