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Gewaltige Solar-Fassade für das Swiss Convention Centre

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Von Sara Ver Bruggen auf Green Futures

Das neue Swiss Tech Convention Center an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) wird 2014 eröffnet und als erstes Farbstoffsolarzellen (DSC) großflächig architektonisch verwendet haben.

Die durchsichtigen, farbigen Zellen bilden eine 300m² große Fassade und ähneln dabei einem Buntglasfenster. Die EPFL ist vorsichtig im Hinblick auf die Leistung der Zellen, da ihre Entwicklung im Vergleich zu den Siliziumsolarzellen noch am Anfang steht. Sie erwarten 8.000 kWh Strom pro Jahr, was nur ein winziger Anteil am Gesamtenergieverbrauch des Centers ist. Allerdings vermeiden die Zellen auch, dass das große Atrium zu einem unerträglich sonnigen Ort wird.

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Die Zellen werden von der lokalen Firma Solaronix mit einer Stückzahl von 30 Modulen pro Tag produziert, wobei die Firma Ausschau nach Investitionen hält, um ihre Produktionskapazitäten zu erhöhen. Das wird nicht einfach, sagt Professor Michale Grätzel, der vor über 20 Jahren für die initiale Entdeckungen der DSC an der EPFL verantwortlich war: ‘Sinkende Fördermittel, Überkapazitäten und daraus resultierende Pleiten bei der herkömmlichen Siliziumfotovoltaik-Industrie machen es DSC-Entwicklern schwer, die entsprechende Finanzierung zu erhalten.’

Mittlerweile erhöhen Fortschritte bei Effizienz, Lebensdauer und Stabilität die Tauglichkeit von DSC für reale Anwendungen weiterhin. Auch bekannt als ‘Grätzel Zellen’, haben diese Zellen ein paar Vorteile gegenüber Siliziumphotovoltaik. Einer ist die Möglichkeit, Strom bei geringer Strahlung zu generieren: in Innenräumen unter Leuchtstofflampen erreichen sie eine Wirkung von 26%, im Vergleich zu Silizium mit 9%. Sie benötigen außerdem weniger Ressourcen und energieintensive Produktionsprozesse, und die Amortisationsdauer für ein 7%-effizientes DSC Modul liegt bei ungefähr drei Monate, verglichen mit den zwei Jahren eines Siliziummoduls.

Die Bemühungen DSCs zu kommerzialisieren nehmen zu. Der walisische Hersteller G24I Power begann bereits Ende 2011 mit der Lieferung flexibler DSC Module an die Schweizer Firma Logitech, die diese für ein selbstbetriebenes iPad Tastatur-Accessoire verwendete. Der Schwedische DSC-Entwickler Exeger hat drei Marktmöglichkeiten im Visier: Unterhaltungselektronik, Indooranwendungen und gebäudeintegrierte Photovoltaik. Die Firma hat sich kürzlich eine Finanzierung von 20 Millionen Dollar gesichert, um damit verschiedenfarbige transparente DSCs mittels Siebdrucktechnik auf flexible Glasträger aufzubringen.

Der Exeger-Chef und Gründer Giovanni Fili erwartet den Durchbruch der DSCs in der Unterhaltungselektronik noch bevor genügend Kapazitäten in der Produktion zur Verfügung stehen. ‘Sie sind großartig um den steigenden Bedarf nach kabelloser Energie zu decken’, erklärt er, ‘denn sie verbergen, verändern oder verwässern den Wert von Produktdesign nicht.’

Dieser Artikel erschien im Original auf Green Futures, dem Magazin der unabhängigen Nachhaltigkeitsexperten vom Forum for the Future