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Hausboote in einen kreativen Eco-Hub verwandeln

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Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Auch wenn die Gebäude und Räume in denen wir arbeiten sich wahrscheinlich sehr unterscheiden, so ist es doch unwahrscheinlich, dass du in einem umweltfreundlichen, kreativen Verbund aus ausrangierten Hausbooten arbeitest. Wenn das aber dein Interesse weckt, dann behalte De Ceuvel im Auge – „ein in Planung befindlicher Arbeitsplatz für kreative und soziale Unternehmen, der an den van Hasselt Kanal im Norden Amsterdams grenzt.“

De Ceuvel ist momentan noch in Arbeit und befindet sich auf einem schwer verseuchten Gelände, dass von der Stadt Amsterdam für 10 Jahre verpachtet wurde. Das Projekt startete als Wettbewerb, um ein ehemaliges Industriegrundstück neu zu erfinden. Das für das Gewinnerkonzept verantwortliche Team nennt seine Vision „die einzigartigste und nachhaltigste Stadtentwicklung in Europa.“

Also was ist so einzigartig an De Ceuvel?

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Das Projekt wird aus ausrangierten Hausbooten bestehen, die über kurvenreiche Bambuspfade miteinander verbunden sind. Die Boote werden Büros und Werkstätten für kreative und soziale Unternehmen beherbergen, ein Gästehaus und ein obligatorisches Teehaus wird es ebenfalls geben. Das Gelände rund um das Bauprojekt wird bodenreinigende Pflanzen beheimaten, die den Boden von seiner giftigen Vergangenheit reinigen; ein Vorgang mit einigen weiteren Vorteilen:

Der stark verschmutzte Boden wird durch Phytoremediation gereinigt, dabei werden Pflanzen dazu genutzt den Boden zu säubern. Eine besondere Auswahl an Pflanzen wird die Schadstoffe stabilisieren, aufbrechen und aufnehmen. Dieser organische Weg der Bodenreinigung wird zu einer arbeitenden Landschaft, der Boden gereinigt, Lebensraum geschaffen und Biomasse produziert. Die Biomasse wird anschließend dazu verwendet Produkte herzustellen und Energie zu produzieren. Ein kleiner Biomassevergaser auf dem Gelände wird die Biomasse in Energie umwandeln, die dann von den Hausbooten auf dem Gelände genutzt werden kann. 

Wasser ist eine prägende Kraft in Amsterdam, daher ist die Wiederverwendung von Hausbooten, die sonst nur weggeschmissen werden würden, geeignet und nachhaltig zugleich. Dieser Akt der Wiederverwendung ist teilweise auch der temporären Natur des Projekts geschuldet. Bei einem festgelegten Zeitraum von zehn Jahren war die Errichtung von permanenten Strukturen nie eine Alternative. Der windende Bambuspfad, der die Hausboote miteinander verbindet, ist das Ergebnis des Grundstücks selbst – wegen der Verschmutzung durch die frühere industrielle Nutzung, sollte ein übermäßiger direkter Kontakt möglichst vermieden werden.

circular metabolism

Zusätzlich zu dem ungewöhnlichen baulichen Umfeld (oder sollte man besser sagen bootlichen Umfeld?) wird De Ceuvel auch die Heimat eines experimentellen Systems, bekannt unter dem Namen Clenatech Playground. Dieses wird verantwortlich sein für die Ressourcen des Geländes:

Der Cleantech Playground ist sowohl ein dezentralisiertes Cleantech-Programm, als auch ein Vorführungs- und Testgelände für neue Technologien, die Einfluss darauf haben können, wie wir Ressourcen und öffentliche Dienste in Städten zukünftig herstellen und konsumieren. Auf dem ganzen Gelände wird Solartechnologie die Energie der Sonne in Wärme und Elektrizität umwandeln. Grüne Dächer und Wasserauffangsysteme wurden entworfen, damit sie Regenwasser sammeln, reinigen und speichern können, bis es gebraucht wird. Sanitäre Anlagen werden Energie, Nährstoffe und Wasser aus dem bei der Lebensmittelherstellung auf dem Gelände entstandenen Abfällen extrahieren. Ein Netzwerk aus Sensoren liefert Informationen zu Leistung und Nutzerverhalten.

Das Team hinter dem Projekt geht davon aus, dass es damit einen neuen Weg für die Städte aufzeigen kann.

Die Hausboote sind vielleicht gestrandet, dass bedeutet aber nicht, dass De Ceuvel sich nicht weiterbewegt.

Mehr von dem Projekt kannst auf der Seite von De Ceuvel lesen.