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Hello Lamp Post: Eine neue Art sich mit der Stadt zu beschäftigen

#3

Warst du dieses Jahr zwischen Juli und September in Bristol? Wenn ja, dann hast du vielleicht auch Hello Lamp Post bemerkt: ein interaktives System, das Anwohnern und Besuchern die Möglichkeit gibt sich mit den Einheimischen auszutauschen – alles durch die physikalische Infrastruktur der Stadt. Das Ziel von Hello Lamp Post ist es, Leuten die Chance zu geben, ihre lokale Umwelt wieder zu entdecken, ihre persönlichen Erinnerungen an die Stadt zu teilen und Geschichten zu entdecken, die andere verstreut zurückgelassen haben. Das Projekt gibt Gelegenheit zur Verlangsamung, zur Reflektion und zum Verwöhnen, kombiniert mit der Erlaubnis zum Spielen.

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Mit Bezug auf die tausenden Identifizierungscodes auf den unterschiedlichsten Elementen der Stadtmöblierung, können Spieler Textnachrichten an bestimmte Objekte schicken, zum Beispiel (aber nicht nur) an Laternenpfähle, Briefkästen, Poller, Gullys, Tanks und Telefonmasten.

Die Idee zu Hello Lamp Post entstand aus der Kombination von zwei Ideen. Die erste war, das die Stadt sozusagen als ein begehbares Tagebuch verstanden werden kann: wenn du an einen bereits besuchten Ort zurückkehrst, erinnert er dich daran, was du das letzte Mal getan hast als du dort warst.

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Die zweite Idee war eine Beobachtung. Die Infrastruktur jeder Stadt ist bereits mit einmaligen Kennzeichen für die Wartung und Verwaltung beschriftet. Können diese Codes auf eine menschlichere und lustigere Art genutzt werden und es Leuten ermöglichen miteinander zu interagieren?

#2

Hello Lamp Post wurde als Kollaboration von PAN Studio, Tom Armitage und Gyorgyi Galik entwickelt und ist der Gewinner des Playable City Award 2013. Der Award gibt Künstlern und Kreativen aus der ganzen Welt die einmalige Gelegenheit etwas Wundervolles zu schaffen und dabei kreative Technologien zu nutzen, die überraschen und herausfordern, sowie Leute dazu motiviert die Stadt mit anderen Augen zu sehen. Durch die Überwindung von Grenzen und der Ermutigung zu experimentieren, wirbt diese internationale Auszeichnung für Bristol als Zentrum der internationalen Avantgarde-Kreativität.

Verspielte Stadt (‘Playable City’) ist ein neuer Begriff und gilt als Gegenstück zur „Smarten Stadt“. Eine verspielte Stadt ist eine Stadt, in der Menschen, Gastfreundschaft und Offenheit entscheidend sind, damit Einwohner und Besucher Dienstleistungen, Sehenswürdigkeiten und Geschichten umgestalten und umformulieren können. Ein öffentlicher Ort, aber gleichzeitig ein verspielter.

Nach zwei Monaten ist Hello Lamp Post in Bristol nun eingeschlafen. Könnte ein ähnliches Projekt in deiner Stadt funktionieren?

Eleonora Taramanni  hat Architektur in Rom studiert und arbeitet derzeit in einem Studio in London.

Bilder von Hello Lamp Post