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Megaevents und die Städte: Einführung zum nächsten #citytalk

world cup

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Mit der gerade stattfindenden Weltmeisterschaft und der dazugehörigen obligatorischen Kontroverse (ganz zu schweigen von der Ausgabe im Jahr 2022) stehen die Megaevents in Städten wieder im Rampenlicht. Das es scheinbar einen Paradigmenwechsel dabei gibt wie sich diese Events entwickeln, ist kaum zu übersehen.

Immer häufiger und in bisher unbekanntem Ausmaß haben Entwicklungsländer das Rennen um die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft und der Olympischen Spielen gewonnen – mit China, Brasilien, Südafrika, Russland und Katar als Gastgeber der vergangenen, aktuellen und zukünftigen Ausgaben. Das sind sowohl gute als auch schlechte Nachrichten, je nachdem welche Seite der Medaille man sich anschaut.

Es ist wahr, dass es riesige Investitionsmöglichkeiten gibt, die gutes Geld in die lokale Wirtschaft pumpen, um zerfallene, ineffiziente und veraltete Infrastruktur und andere Dinge auszubauen. Außerdem fördern solche Events das nationale und lokale Gemeinschaftsgefühl enorm und rücken traditionell wenig beachtete Nationen für ein paar Wochen ins Rampenlicht, wie wir es zum Beispiel 2010 in Südafrika gesehen haben. Unbekannte Orte wie Sochi, Manaus und Durban sind ganz plötzlich auf Augenhöhe mit Städten wie New York oder London, was den Bewohnern ein Gefühl der Wahrnehmung und Zugehörigkeit gibt.

Es ist aber gleichzeitig schwer die Probleme in den Gastgeberstädte zu übersehen, die mit diesen Megaevents verbunden sind. Olympia in Sochi brachte ein sich auf dem absteigenden Ast befindendes Schwarzmeerresort zurück ins Rampenlicht – der Preis war, dass es sich um die bisher teuersten Olympischen Spiele aller Zeiten handelte; das Geld, würden viele Einheimische behaupten, floss unmittelbar aus Sochi heraus. Brasiliens Weltmeisterschaft war mit Verzögerungen und Protesten gespickt, die soziale Spaltung steht einer Stufe mit dem Event selbst.  Und um das Ganze zu komplettieren befindet sich Katar 2022 mitten in einem möglichen Bestechungsskandal zur Vergabe des Austragungsortes.

Also was ist die Rolle dieser sogenannten Megaevents? Sind sie wirklich Motoren für Wachstum und Entwicklung in Städten auf der ganzen Welt? Oder sind sie eher nachteilig für den wichtigsten Bestandteil unser Städte, die Bürger selbst?

Sei diesen Mittwoch, den 18. Juni um 20 Uhr (CET) dabei, wenn wir zusammen mit Future Cape Town über den Fußball, die Olympischen Spiele und ihren Platz in unseren Städten sprechen. Folgt uns auf Twitter und diskutiert via Hashtag #citytalk mit.

Alejandro Echeverria ist Autor von This Big City auf Spanisch

Bild von Gabriel Cabral