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Plastikabfälle zur Steigerung des Lebensstandards

plastic

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Von Ian Randall auf Green Futures

Die Umweltverschmutzung durch Kunststoff ist im wahrsten Sinne des Wortes ein stetig wachsendes Problem. Flaschen, Taschen und Verpackungen verschmutzen dabei die meisten städtischen Gegenden – und  im Gegensatz zu anderen Formen des Mülls, braucht dieser zwischen 50 und 1.000.000 Jahre bis er komplett zerfallen ist.  Außerdem wirbeln Millionen kleiner Stücke Plastiktreibgut in gigantischen schwimmenden Müllinseln durch den Pazifik und zerstören das Meeresleben. Dieser Müll ist insbesondere in von Armut geprägten Gegenden ein Problem, in denen die Umweltvorschriften tendenziell eher lasch sind.

Ein neues Vorhaben will die Menschen in ärmeren Gegenden dazu ermutigen, dieses Problem anzugehen. Plastik das zu Hause oder auf illegalen Müllabladeplätzen (z.B. Stränden) gesammelt wird, wird bei einer “Plastik-Bank” gegen Waren, 3D-Produkte (hergestellt aus dem Plastik das die Bank recycelt) und Mikrofinanzierungskredite eingetauscht. Ein Pilotprojekt startet nächstes Jahr in Lima, Peru (wo nur 2% des Plastikmülls recycelt wird) und bei Erfolg sollen weltweit Plastik-Banken eröffnet werden.

Die Plastik-Bank ist ein Geschäft: sie generiert Gewinne, indem sie recycelten Plastik verkauft. Aber die scheinen davon überzeugt, dass es außerdem einen positiven sozialen Einfluss haben wird. „Weltweite Gesellschafts- und Umweltkrisen sind eng verknüpft und so ist es auch mit den Lösungen”, sagt David Katz, CEO von Plastik-Bank. „Die Krise des Plastikmülls is ein industrielles Problem, dass nach einer verändernden Lösung verlangt, wie den meergebundenen Plastikmüll zu nehmen und ihm einen Wert zu geben.”

Der Wechselkurs für Müll – der einen Zuschuss für Menschen in Not beinhalten kann – wird während dem Pilotprogramm im nächsten Jahr eingeführt. Einmal eingerichtet, wird die computergesteuerte Börse der Plastik-Bank den Effekt der Bank auf den Lebensstandard eines jeden Mitglieds verfolgen. Shaun Frankson, Mitgründer der Plastik-Bank, erläutert, dass ihre Hoffnung ist, durch den Aspekt der sozialen Verbesserung den Wert des recycelten Mülls – den sie “soziales Plastik” nennen – für den Endverbraucher zu erhöhen (genauso wie Fair-Trade-Produkte).

“Die Idee der Plastik-Bank muss auf eine sorgfältige Einweisung und Schulung im Umgang mit der Sortierung ausgerichtet sein,” sagt Thomas Nosker, Kunststoffexperte von der Rutgers Universität. “Wenn es fachgerecht sortiert wird, hat Plastik einen großen Wert und ist hier in den USA tatsächlich schon eine Handelsware.”

Dieser Artikel erschien im Original auf Green Futures, dem Magazin der unabhängigen Nachhaltigkeitsexperten von Forum for the Future.

Bild von tompagenet