São Paulo schafft Richtlinien für Parklets

Das Thema Parklets wurde in der Vergangenheit schon öfters auf This Big City thematisiert und ist eine der beliebtesten  urbanen Innovationen, die wir hier auf der Webseite vorgestellt haben. Ein temporäres Parklet-Experiment fand letztes Jahr während der Environment Week in São Paulo statt und wurde sowohl von den Medien aufgegriffen, sowie von einer breiten Bürgerschaft gelobt. Mit der kürzlichen Einführung eines neuen Masterplans für die Stadt gab es auch einen kräftigen Schub für die Schaffung eines Gesetzes, das neue Räume wie die Parklets fördert. Als Ergebnis der Verordnung Nr. 55,405 hat São Paulo nun Regeln für die Schaffung und Instandhaltung von Parklets und damit Lateinamerikas erstes öffentliches Regelwerk zu diesem Thema.

Was sind überhaupt Parklets?

Parklets sind kleine Outdoor-Freizeitplätze mit Bänken und Tischen (oder manchmal auch anderer Ausstattung wie zum Beispiel Fahrradständern), die auf Parkplätzen angelegt werden und Leuten eine größere Auswahlmöglichkeit geben sich auf der Straße zu erholen, ohne dabei Fußgängern den Raum auf dem Bürgersteig streitig zu machen. Sie stehen für eine Neuausrichtung des Raumes und senden eine klare Botschaft: erst Menschen, dann Autos.

Wie werden Parklets in São Paulo funktionieren?

Jeder Einzelne und jedes Unternehmen kann solch ein Parklet in jeder Straße der Stadt aufstellen, solange die in der Verordnung festgeschriebenen Standards eingehalten werden (zum Beispiel nur in Straßen mit einem Tempolimit von maximal 50 km/h). Interessenten müssen eine Bewerbung an die Stadt schicken, in der sie Ausmaße und Ausstattung des Parklets beschreiben. Genehmigungen oder Absagen erfolgen innerhalb von 5 Werktagen.

Es ist interessant festzuhalten, dass Parklets gewisse Bauvorschriften einhalten müssen – zum Beispiel maximale Tiefe und Breite, Aufrechterhaltung der Straßenentwässerung, keine Nutzung von Ampeln und weiteres. Und am wichtigsten ist, dass Parklets immer öffentlich und frei zugänglich sein müssen und nicht zum Eigentum von Unternehmen werden können. Das heißt, wenn zum Beispiel ein Café-Besitzer ein Parklet außerhalb seines Ladens bauen möchte, dann sind ihm seine Gäste natürlich am liebsten, aber trotzdem kann jeder das Parklet nutzen unabhängig davon ob er Kunde ist oder nicht. Beschilderungen müssen ebenfalls klar machen, dass dieses Parklet ein öffentlicher Raum ist.

Nun die Frage an euch, ob das auch etwas für Deutschland wäre? Welche Ideen habt ihr für Parklets auf den Straßen der Städte? Teilt eure Ideen gerne in den Kommentaren mit.


Bilder von FABIO ARANTES/SECOM

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