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Sollten private Unternehmen und Prominente helfen das Radfahren zu verändern?

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Letzte Woche hat Jamie Oliver sein neuestes Projekt gestartet – bessere, gesündere und erschwinglichere frische Lebensmittel für den Durchschnittsaustralier – und will damit Australiens Übergewichtsprobleme bekämpfen. „Wir haben mehr Möglichkeiten Veränderungen anzustoßen als jede Regierung…“ sagt Jamie. Und er hat Recht, denn über die sozialen Medien erreicht er 300 Millionen Menschen – das ist einer von zwanzig auf der ganzen Welt. Wir lieben Jamie. Er ist ein bisschen wie wir. Er ging auf eine staatliche Schule, wuchs in einer Kneipe auf und seine Eltern sind bodenständig und gehören zur Arbeiterklasse.

Während ich das hier schreibe treffen sich gerade in Adelaide – Australiens Stadt der Kirchen – hunderte Menschen aus der ganzen Welt zur Velo City Global Conference. VeloCity ist die weltweit führende Fahrradkonferenz mit hochkarätigen Referenten von jedem Kontinent, sie feiert das, was am Fahrradfahren so großartig ist und konzentriert sich dabei auf drei Schlüsselthemen:

  • Wie gestalten wir unsere Städte, sodass die Menschen sich leichter fürs Radfahren entscheiden
  • Wie motiviert man Menschen zum Radfahren
  • Wie schafft man einen kulturellen Wandel

Um also die Debatte zu erweitern möchte ich die Frage stellen, “ob private Firmen und Prominente, wie zum Beispiel Jamie Oliver, nicht dabei helfen sollten das Radfahren zu verändern?“

Ich denke sie sollten. Lasst uns daher mal über drei mögliche Wege nachdenken, wie sich Veränderungen anstoßen lassen:

  1. Konzentration auf Maßnahmen

„Die meisten Städte der Welt waren zu Beginn fahrradfreundlich“ twittert @bicyclesa.

Das Problem ist, dass sie es jetzt nicht mehr sind.

„Wir müssen aufhören mit kleinen Schritten zu versuchen die Menschen aufs Fahrrad zu bekommen“ twittert  @wheelwomenride

Das Problem in der westlichen Welt ist, dass wir Angst haben zu versagen.

Stell dir vor, wir verstehen ein einzelnes reales Problem, welches Menschen in einer realen Stadt jeden Tag betrifft. Stell dir nun vor wir nehmen dieses reale Problem – vielleicht das Fehlen von sicheren Radwegen zur Schule – in einer in sich geschlossenen Stadt irgendwo in Australien, zum Beispiel Rockhampton oder Toowoomba. Dann setzen wir die besten Leute mit den besten Mitteln darauf an das Problem zu lösen. Wir könnten so eine Stadt wirklich wieder fahrradfreundlich machen.

  1. Identifizierung neuer Anlageinstrumente

Das Problem ist, dass “weniger als 0,5 Prozent des südaustralischen Transportbudgets fürs Fahrradfahren ausgegeben wird…“ twittert @MarkParnellMLC

Die Lösung ist, dass wir eine Menge Fachwissen darein stecken müssen neue Anlageformen zu identifizieren, die wiederum neues Geld zur Verfügung stellen. Stell dir vor wir finden Partner, die Kapital zur Verfügung stellen oder Investoren, die uns mit dem nötigen Startkapital ausstatten. In London hat Boris Johnson private Investitionen zugesichert, die zu einer Seilbahn über die Themse beitragen sollen.

  1. Versuch eines neuen Design- und Bereitstellungsmodell

“Alles was wir dazu brauchen fahrradfreundliche Städte zu schaffen wurde vor 100 Jahren erfunden“ twittert  @FunOnTheUpfield.

Wir haben die Lösung; das Problem ist, wir haben nicht immer die besten Methoden um die Lösung zu ermöglichen.

Stell dir vor, wenn ein privatwirtschaftliches Unternehmen eine vollintegrierte Lösung anbieten würde. Sie wären verantwortlich für das Design, den Bau, die Finanzierung, den Betrieb und die Instandhaltung der Radwege, für die Ausbildung, die Beförderung und die Durchsetzung  – ja, sie würden das  Ausbildungszentrum betreiben und könnten sogar raus gehen und die illegal auf den Radwegen geparkten Autos verwarnen. Wenn sie erfolgreich sind und ihre Ziele erreichen, dann werden sie bezahlt. Falls nicht, dann nicht. Etliche Stadträte in Großbritannien haben die Verkehrsüberwachung schon vor vielen Jahren privatisiert.

Wenn wir wollen, dass das Radfahren wirklich zu einer praktikablen und regulären Art der Fortbewegungen wird, dann sollten wir uns auf Maßnahmen konzentrieren, neue Geldquellen identifizieren und neue Bereitstellungsmodelle nutzen. Denn wie Jamie Oliver sagt, es sind Leute wie er, die wirklich mehr Möglichkeiten haben diesen Wandel anzustoßen den wir alle wollen.

Auf wen schaust du zur Orientierung, Hoffnung und Inspiration? Was machen diese Leute vorbildlich? Und wo passen ihre Ideen zu dem was du tust?

Rachel Smith ist leitende Verkehrsplanerin bei AECOM.

Bild von European Cyclists Federation.