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Wie Vietnam den Zweirad-Stau bekämpft

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Von Duncan Forgan auf Green Futures

In Vietnam regiert das Motorrad. Knapp 80% der Verkehrsteilnehmer fahren eins und allein in Ho Chi Minh Stadt (HCMS) gibt es davon geschätzte vier Millionen.

Um Überlastung und Verschmutzung durch diese Räder anzugehen, führt die vietnamesische Regierung eine Reihe an Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des Verkehrssektors durch. Ab 2017 müssen alle neu hergestellten und importierten Motorräder strenge „Euro III“-Standards einhalten. In der Zwischenzeit werden konsequenter Strafen für Motorräder verhängt, die die bisher existierenden „Euro II“ -Standards nicht einhalten. Und hunderte neuer Emissionsmessstellen sind für Hanoi und HCMS geplant.

Beide Städte entwickeln neue städtische Bahnlinien, um die Straßenbelastung zu minimieren. Acht U-Bahn-Linien sind für Hanoi geplant, sechs für HCMS. Drei weitere Linien, entweder Stadt- oder Einschienenbahnen, werden ebenfalls in HCMS gebaut. Die Stadt hat außerdem in Busse investiert, die komplett mit Erdgas fahren.

“Vietnams Pläne für saubere öffentliche Verkehrsmittel und motorisierte Fahrzeuge sind ambitioniert und schwer zu verwirklichen“, meint Koos Neefjes, Politikberater zum Thema Klimawandel für das Entwicklungsprogramm bei den Vereinten Nationen. „Aber sie sind sehr wichtig, damit die Städte lebenswert bleiben.“

Vietnams Verkehrskollaps findet sich auch in anderen asiatischen Ländern wieder – Ursachen sind das starke Bevölkerungswachstum in Großstädten, die Zersiedlung und eine steigende Zahl an Auto- und Motorradbesitzern.

In Peking enthält der Fünf-Jahres-Plan zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens den Ausbau des U-Bahnsystems und die Reduzierung der Fahrpreise, eine Nummernschild-Quote um die Anzahl der privaten Autos zu regulieren und Regeln, die es den Fahrern nur an wechselnden Tagen erlauben zu fahren. Außerdem wurden die Parkgebühren angehoben und Beschränkungen für offizielle Fahrzeuge eingeführt. Pläne eine Stau-Gebühr einzuführen wurden ebenfalls erst kürzlich angekündigt.

In Indien versucht die Regierung die Herstellung und den Verkauf von Elektro-Rädern und -Autos zu fördern, in dem sie Einfuhrbeschränkungen für die entsprechenden Bauteile aufhebt. Währenddessen planen in Indonesien Staatskonzerne eine 54 Kilometer lange Einschienenbahn zu errichten, um Jakartas Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen und hoffentlich 573.000 Liter Kraftstoff pro Tag zu sparen.

Elegantere Stadtplanung, intelligentere Ampelanlagen und Fahrradinitiativen werden ebenfalls quer durch Asien ausprobiert, um das Verkehrsaufkommen zu vermindern. Erst einmal bleibt das Motorrad aber in Vietnam und anderen rasch wachsenden Staaten so beliebt wie bisher.

Der Artikel erschien ursprünglich in Green Futures, dem Magazin der unabhängigen Nachhaltigkeitsexperten vom Forum for the Future

Bild von Padmanaba.